|
Ein Naturpark – zwei Länder. So präsentiert sich der Naturpark Barnim, der neben dem
Niederen Barnim zwischen Oranienburg, Eberswalde und Bernau auch die Berliner Nordbezirke umfasst. Vielerorts
locken bekannte Badeseen wie Liepnitz-, Gorin-, Großer Wuken- oder Wandlitzsee. Einige Seen sind der Natur
vorbehalten und beherbergen seltene Tierarten wie Schellente, Kranich oder Fischadler. Daneben gibt es so
genannte Sölle, die für die Ackerlandschaften charakteristisch sind. Insbesondere Amphibien sind auf die
wassergefüllten Senken angewiesen. So kann man im Frühjahr und Sommer häufig den glockenartigen Ruf der
Rotbauchunke vernehmen, dem Wappentier des Naturparks. Eine überregionale Besonderheit ist das Biesenthaler
Becken, wo sich auf engstem Raum feuchte Wiesen, Schilfröhrichte, Erlenbruchwälder und still fließende Bäche
mit Trockenrasen, Obstbaum bestandenen Wegen und kleinen Kiefernwäldchen abwechseln. Entwässert wird das
Biesenthaler Becken von der Finow. Ihr Unterlauf wurde bereits im 16. Jahrhundert als Finowkanal zu einem
Transportweg ausgebaut und an den Mühlen der vielen Schleusen entwickelte sich das erste Industriegebiet
Brandenburgs. Neben der Finow gehören u.a. das Nonnenfließ, die Briese und das Tegeler Fließ zum Naturpark.
Sie mäandrieren teils in naturnaher Weise, stellenweise von herrlichen Erlenbruch- oder Buchenwäldern umgeben,
durch tief eingeschnittene Täler. So sind sie nicht nur für eine artenreiche Tier- und Pflanzenwelt von großer
Bedeutung, sondern auch für Wanderer ein echter Genuss.
Als Ausgangspunkt für schöne Touren eignet sich besonders Wandlitz. Es lockt mit einem alten
Dorfanger, einem Landwirtschaftsmuseum, einer Badestelle vis à vis zum Bahnhof und dem Sitz der
Naturparkverwaltung. Der Ort ist aus der DDR-Vergangenheit bekannt, denn Erich Honecker hatte hier im Waldgebiet
der Bernauer Heide sein Domizil. Sehr viel älter ist die Geschichte der Hussitenstadt Bernau. Ein eindrucksvolles
Zeugnis der mittelalterlichen Vergangenheit ist die feldsteinerne Stadtmauer. Krönung der Schutzanlage sind neben
dem wuchtigen Steintor die vorgelagerten Wall- und Grabenanlagen, die heute reizvoll von Laubbäumen bestanden sind.
Weitere sehenswerte Städte des Naturparks sind Oranienburg mit dem kürzlich restaurierten Schloss, die ebenfalls
an der Havel gelegene, idyllische Ackerbürgerstadt Liebenwalde und Eberswalde. Letztgenannte ist insbesondere
unter Förstern ein Begriff, denn hier befindet sich seit 1830 eine Forstakademie.
Das Autorenpaar Bettina Klaehne und Carsten Rasmus hat in Abstimmung mit der Naturparkverwaltung
und der Naturwacht 9 Fußwanderungen, 5 Spaziergänge und 7 Radtouren ausgewählt und beschrieben, die auf
naturverträgliche Weise mit Land und Leuten bekannt machen. Ob entlang der Panke von Pankow nach Bernau,
dem Ruf der Kraniche folgend durch das Biesenthaler Becken oder durch die Karower Teiche - der Erholungssuchende
kommt immer auf seine Kosten.
Der Wander- und Naturführer Naturpark Barnim führt als zehnter Band der Reihe
„Auf in die Mark Brandenburg!” in die Natur und Kultur des Barnims ein. Das vom Naturschutzbund NABU
empfohlene Buch gliedert sich in ein Wörterbuch mit umfassenden Informationen zur Flora und Fauna, zur
Kulturgeschichte und zum Naturschutz, sowie in den ausführlich geschriebenen Tourenteil. Die Routen sind
zusätzlich auf losen Karten abgebildet, die wahlweise in die Rückseite des wetterfesten Schutzumschlages
gesteckt werden können. So bietet sich die Möglichkeit, unterwegs den beschriebenen Weg auf der Karte zu
verfolgen, ohne das Buch aufzuschlagen. Des weiteren nennt der 116 Seiten umfassende Band wichtige Adressen,
Unterkünfte und Ausflugstipps und enthält ein Literaturverzeichnis. Zahlreiche Farbphotos untermalen den Text
auf reizvolle Weise. |